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Die Bundesregierung hat den Einsatz von Spionagesoftware bei den Zollbeh?rden in 16 F?llen einger?umt. Der Zoll habe dabei “in einem engen rechtlichen Rahmen und nur zur überwachung von verschlüsselten Telefonaten einen Trojaner verwendet”, sagte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Martin Kotthaus. Die FDP forderte bis zur Kl?rung der rechtlichen Fragen ein Moratorium für den Einsatz.
Das Bundesinnenministerium versicherte, der Einsatz von Spionagesoftware durch Bundesbeh?rden sei “vollkommen verfassungsgem??” gewesen. Beim Zollkriminalamt habe in jedem der F?lle eine richterliche Anordnung vorgelegen, sagte Kotthaus. Jeder der Trojaner sei speziell für den jeweiligen Einzelfall entwickelt gewesen und habe allein zur überwachung von Telefonaten über Computer wie etwa über den Anbieter Skype gedient.
Das Bundesinnenministerium r?umte ein, dass die Beh?rden bei der Spionagesoftware auf das Know-How von Spezialunternehmen angewiesen sind. Die “Expertise, das gesamte Programm zu entwerfen”, sei bei den Sicherheitsbeh?rden “nicht vorhanden”, sagte Sprecher Jens Teschke. Die in Auftrag gegebenen Programme würden aber von den Beh?rden getestet, um sicherzustellen, dass sie nur jene Funktionen haben, “wofür sie vorgesehen sind”.
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) forderte ihren Kollegen Hans-Peter Friedrich (CSU) vom Innenressort auf, bei der Untersuchung eine Führungsrolle zu übernehmen. “Herr Friedrich sollte zusammen mit den Innenministern der L?nder eine unabh?ngige Prüfung durchführen – und zwar zentral für die Bundesregierung”, sagte sie “Spiegel Online”. Die Ministerin warnte vor den Folgen der eingesetzten Software: “Am Ende k?nnte es ja zum Super-Gau kommen – Dritte loggen sich über einen Trojaner ein, den die Ermittler auf jemanden angesetzt haben und missbrauchen die Daten.”
Die innenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Gisela Piltz, forderte eine Aussetzung aller laufenden und geplanten Eins?tze des Staatstrojaners. Das Moratorium müsse bis zur abschlie?enden Erkl?rung der Vorf?lle gelten. SPD-Chef Sigmar Gabriel forderte die Bundesregierung in der “Rheinischen Post” auf, klare Grenzen beim Einsatz von Trojanern zu ziehen, weil sonst “der Rechtsstaat zu verludern droht”.
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hatte die Bundesl?nder aufgefordert, die vom Chaos Computer Club (CCC) enttarnte Spionagesoftware nicht mehr einzusetzen. Zun?chst müsse gekl?rt werden, ob das Programm mehr k?nne, als gesetzlich zul?ssig sei.