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Microsoft: Mit Ironie gegen Softwarepiraterie

December 8th, 2011 No comments

Microsofts neue Software hei?t “Windows 7 Ultimate Pirate Edition”, verfügt laut Hersteller “standardm??ig über extra gro?e Sicherheitslücken im XXL-Format, das Add-on, Trojaner 4.0 sowie ein automatisches Viren-Update”. Das neue “BlueScreen-Design im anheimelnden Nostalgie-Look” mache zudem “den Computer-Absturz zu einem romantischen Erlebnis der Extraklasse”. Gerade eben hat Microsoft das neue Programm in einem Werbespot auf “You Tube” der Welt?ffentlichkeit vorgestellt, Preis und Ver?ffentlichungstermin sind, wie gewohnt, noch nicht bekannt.;

Doch warum ist bisher nirgendwo, wie sonst monatelang üblich, wenn Microsoft etwas Neues plant, über das Programm spekuliert worden? Ganz einfach: Die “Windows 7 Ultimate Pirate Edition” ist reine Ironie, entstanden in den Marketingstuben des weltweit gr??ten Softwarekonzerns. Denn wer will schon ein Programm voller Sicherheitslücken erwerben, das Schadsoftware gratis mitliefert und jeden PC in die Knie zwingt?

“Windows 7 Ultimate Pirate Edition” ist Microsofts n?chster Versuch im unermüdlichen Kampf gegen die Plage der Softwarepiraterie, die die Branche und damit auch viele Volkswirtschaften seit Jahren um Milliardenbetr?ge prellt. “Die Reduzierung von Softwarepiraterie birgt sowohl für Schwellenl?nder wie Brasilien, Russland, Indien und China als auch für Industrienationen wie Deutschland enormes Wachstumspotenzial in Milliarden-Dollar-H?he”, versucht der Konzern die schlechte Nachricht auch noch positiv darzustellen. “Das Potenzial von mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr für die Volkswirtschaften dieser L?nder sollte Grund genug sein, fair zu spielen, ganz unabh?ngig von allen anderen von Softwarepiraterie ausgehenden Gefahren für Unternehmen”, betont David Finn, Associate General Counsel bei Microsoft und weltweit zust?ndig für Produktpiraterie.

Dass die Raubkopierer nicht nur Schwellenl?nder, sondern gerade auch die deutsche Wirtschaft sch?digen, soll eine weitere Studie verdeutlichen: Nach der “Piracy Study 2010″ der Business Software Alliance würde eine Reduzierung der Piraterierate in Deutschland um zehn Prozent innerhalb weniger Jahre 12 000 neue Arbeitspl?tze schaffen, zu 1,7 Milliarden Euro an zus?tzlichen Steuereinnahmen führen und der deutschen Wirtschaft gut acht Milliarden Euro mehr Umsatz bringen.

Neben dem gesamtwirtschaftlichen Schaden, der durch gef?lschte Software verursacht wird, stellt der Gebrauch und Handel von Raubkopien andererseits auch für die Verbraucher ein immenses Sicherheitsproblem dar – worauf der ironische Werbespot letztlich abzielt. Denn illegal kopierte Anwendungen enthalten h?ufig sch?dliche Programme wie etwa Spyware und Viren, die die Unwissenheit der Anwender ausnutzen. Es entstehen Sicherheitslücken, die den Diebstahl von Identit?ten und pers?nlichen Daten erleichtern und hohe Kosten für den Nutzer nach sich ziehen k?nnen.

Nicht selten stecken hinter Raubkopien kriminelle Gruppen, die sogenannte Botnets einsetzen, um über Datennetze fremde Computer fernzusteuern und illegale Gesch?fte über das Internet zu betreiben. Das best?tigt eine Studie des Analystenhauses IDC, der zufolge bei 25 Prozent aller illegalen Downloads aus dem Internet nicht nur die raubkopierte Software selbst herunter geladen wird, sondern – unbewusst – auch sch?dliche Software auf Rechnern installiert werden.

Bill Gates Zeuge in Milliarden-Prozess gegen Microsoft

December 4th, 2011 No comments

Salt Lake City (dapd). Der Microsoft-Gründer Bill Gates hat in einem Prozess gegen das Softwareunternehmen am Montag als Zeuge ausgesagt. Im Streit zwischen Microsoft und dem Programmanbieter Novell ging es um die Frage, ob Microsoft bei der Einführung der Software Windows 95 Novell bewusst aus dem umk?mpften Markt von Textverarbeitungen dr?ngen wollte. Novell war Mitte der 1990er Jahre mit dem Programm Word Perfect Marktführer. Die Anw?lte von Novell erkl?ren in ihrer Klage, dass Microsoft Novell zum Verkauf von Word Perfect mit 1,2 Milliarden Dollar Verlust gedr?ngt habe. Gates berichtete in seiner Aussage von den Anf?ngen von Microsoft und sagte, dass er damals vor allem dafür sorgen wollte, dass künftig auf jedem Schreibtisch ein Computer stehe.

? 2011 AP. All rights reserved

Motorola Mobility gegen Apple: Urteil im Patentrechtsstreit

November 14th, 2011 No comments

Am vergangenen Freitag, den 4. November 2011, f?llte das Landgericht Mannheim ein Urteil im Patentrechtsstreit zwischen Motorola Mobility und Apple. Im Gerichtsentscheid hei?t es: “Die Beklagte wird verurteilt, es zu unterlassen, im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland mobile Ger?te anzubieten und/oder zu liefern, die zur Durchführung eines bestimmten Verfahrens ausgebildet sind”.

Motorola hatte Klage gegen Apple eingereicht, da das Unternehmen zwei seiner Patente verletzt sah. Beide beziehen sich auf ein “Verfahren zur Verwendung in einem drahtlosen Kommunikationssystem zum Senden eines Kommunikationssignals, das eine Vielzahl von Bl?cken von Informationen umfasst”. Motorola zielt mit der Klage auf kein spezielles Apple-Produkt ab, sondern hat allgemein mobile Ger?te im Visier, die besagtes Verfahren verwenden.

Die Auswirkungen sind für Apple deutlich spürbar: Betreffende Produkte dürfen in Deutschland aufgrund des Gerichtsurteils weder in L?den noch über einen Online-Shop angeboten und vertrieben werden. Auch der Import solcher Produkte nach Deutschland ist nicht mehr m?glich. In einem ?hnlichen Verfahren hatte Apple im August den Vertrieb des Galaxy Tabs von Samsung blockiert.

Da Apple weder dem Verfahren noch der Urteilsverkündung beiwohnte, steht eine Reaktion des Unternehmens noch aus.

Bild: Marc Anton

Apple siegt gegen Samsung: Verkaufsverbot von Galaxy Tab 10.1 in Australien

October 20th, 2011 No comments

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Der Patentrecht-Streit zwischen den Konzernen Apple und Samsung h?lt an. Jetzt hat der australische Bundesgerichtshof sein Urteil gef?llt: Samsung darf sein Galaxy Tab 10.1 in Australien nicht verkaufen. Eine Urteilsbegründung gibt das Gericht am Freitag bekannt.

Der Patentstreit der Konzerne zieht sich schon über Monate hinweg. Vergangenen September verbuchte Apple durch ein Urteil des Düsseldorfer Landgerichts (Beschluss vom 09.08.2011, AZ. 14c O 194/11) einen gro?en Sieg: die einstweilige Verfügung für das europaweite Verkaufsverbot von iPad-?hnlichen Produkten. Ein niederl?ndisches Gericht hat sich im Patentstreit gegen eine Geschmacksmusterverletzung ausgesprochen. Folglich durfte Samsung sein Tablet weiterhin in den Niederlanden vertreiben. Kurze Zeit sp?ter wurde die einstweilige Verfügung auf Deutschland begrenzt. Als Grundlage der Geschmacksmusterverletzung nannte Apple das Design des Galaxy Tab 10.1. Dieses sei stark an das des Apple iPad 2 angelehnt. Aufgrund dieses Verbots konnte Samsung das Tablet auch auf der diesj?hrigen Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin nicht vorstellen.

Ob das vom Düsseldorfer Landgericht beschlossene Verkaufsverbot jedoch die endgültige Entscheidung im Patentstreit der Konzerne ist, bleibt noch offen. Es wird erwartet, dass eine der beiden Streitparteien Revision beantragt, um den Fall in die n?chsth?here Instanz zu tragen. Eines ist jedoch sicher: Mit den Verkaufsverboten in Deutschland und Australien hat Apple seinem Konkurrenten das Weihnachtsgesch?ft im Tablet-Bereich geh?rig vermasselt.

Minister Friedrich wettert gegen Computer-Chaoten

October 20th, 2011 No comments

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Innenminister Friedrich verteidigt den Einsatz von Trojaner-Software zur Computerüberwachung. Von den Experten vom Chaos Computer Club h?lt er wenig.

Der Einsatz von Trojaner-Software zur Computerüberwachung ist auch in der Bundesregierung umstritten. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich verteidigte am Wochenende den Einsatz der Sp?hprogramme und erkl?rte, es gebe ?keine rechtliche Grauzone“.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger dagegen h?lt es für n?tig, einheitliche Regelungen für die Verwendung der Software zu erarbeiten. Die Trojaner wurden einem Bericht zufolge ?fter eingesetzt als bisher bekannt.

Friedrich wies die Kritik von Datenschützen und Computerexperten an den Programmen zurück. ?Unsere Beamten halten sich strikt an das, was sie dürfen“, sagte der CSU-Politiker der ?Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Die Behauptung, der Staat habe Kompetenzen überschritten, sei falsch. Der Minister h?lt es zudem nicht für notwendig, die Grenzen der sogenannten Quellen-Telekommunikationsüberwachung rechtlich klarzustellen.

Das sieht Leutheusser-Schnarrenberger ganz anders. Sie wolle einheitliche Regeln für Bundesbeh?rden und L?nder zum Einsatz der Trojaner erarbeiten, berichtete der ?Focus“. Die Ministerin lobte zudem den Chaos Computer Club (CCC), der die Diskussion ins Rollen gebracht hat.

Das seien keine Chaoten, sondern Experten, sagte die Ministerin dem Nachrichtenmagazin. Selten seien die Einsch?tzungen der Techniker so wichtig für den Gesetzgeber gewesen.

Friedrich ?u?erte hingegen scharfe Kritik am CCC. Dieser habe ?dem Chaos in seinem Namen alle Ehre gemacht“, sagte er der ?Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Grüne und Linke attackierten Friedrich scharf. Der Minister ?verteidigt offen den Rechtsbruch mit seinem Bekenntnis zum Einsatz der Trojaner-Software“, erkl?rte die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth am Sonntag. Die Verwendung der Programme müsse sofort gestoppt werden, ?denn der Einsatz entsprechender Technik ist auf Basis der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts derzeit nicht umsetzbar.“

Der Linke-Innenpolitiker Jan Korte sagte, Friedrich befinde sich nicht ?auf dem Boden der Verfassung“. Die ?Ignoranz“ des Ministers gegenüber der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ?geht auf keine Kuhhaut“. Statt jetzt noch zu verharmlosen, sollte Friedrich sich endlich offensiv um Aufkl?rung bemühen.

Laut ?Spiegel“ ist die Zahl der Trojaner-Eins?tze gegen mutma?liche Kriminelle h?her als bislang bekannt. Nach einer vorl?ufigen Erhebung habe es in Bund und L?ndern in den vergangenen Jahren mehr als 50 Anwendungen gegeben.

Laut ?Focus“ sollen sich am Montag IT-Experten von Bund und L?ndern treffen, um über Konsequenzen aus der Trojaner-Aff?re zu beraten. Am Donnerstag wollen zudem die Innenminister über die Zukunft des Trojaner-Einsatzes beraten.

Neben Friedrich verteidigte auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) den Trojaner-Einsatz. Kritisch ?u?erte sich dagegen der Landesdatenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert.

Das Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universit?t Bremen warnte, auch moderne Mobiltelefone wie Smartphones seien vor Trojaner-Software nicht sicher. ?Es braucht nur zwei Minuten, um auf jedes handelsübliche Modell einen Trojaner, eine Art Wanze, zu installieren“, sagte Knut K?stergarten vom TZI.

“desCRY”: Neue Software gegen Kinderpornografie

October 16th, 2011 No comments

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Schlimm genug, dass Millionen Bilder und Videos mit kinderpornografischen Darstellungen im Internet kursieren. Nach Sch?tzungen von Ermittlern gibt es dort derzeit mehr als 15 Millionen Aufnahmen sexuell missbrauchter Kinder. Noch schlimmer ist es aber, dass diese verwerfliche Ware in den digitalen Untiefen des World Wide Webs in der Regel so gut versteckt ist, dass sie selbst für professionelle Strafverfolger kaum auffindbar ist. Das soll sich ab sofort ?ndern: In Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Berlin haben Forscher des Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) in Berlin eine Software zum Aufspüren von Kinderpornos im Internet entwickelt. Es handelt sich dabei um ein automatisiertes Assistenzsystem zur Bild- und Videoauswertung, das angeblich kinderpornografische Darstellungen selbst aus sehr gro?en Datenmengen herausfiltern kann. ;

Der Kampf der Beh?rden gegen die Kinderpornografie im Internet gleicht oft dem Rennen zwischen Hase und Igel: Ist das Material endlich aufgespürt und gel?scht, haben es die P?dophilen l?ngst heruntergeladen. Und werden bei Verd?chtigen tats?chlich Datentr?ger beschlagnahmt, müssen sich Kriminalbeamte oft durch hunderttausende Dateien klicken, um die illegalen Abbildungen überhaupt zu finden – ein extrem zeitaufw?ndiger Prozess. Die neu entwickelte Software namens “desCRY” (zu Deutsch: ausfindig machen) soll diese Aufgabe nun automatisiert angehen. “Mit neuartigen Mustererkennungsverfahren st?bert sie in digitalen Fotos und Videos illegale Inhalte auf, seien sie auch noch so gut versteckt”, erkl?rt Bertram Nickolay vom Fraunhofer IPK. “Zum Beispiel Fotos, die zwischen harmlosen Strandbildern oder brisanten Filmsequenzen eingefügt sind.”

Die Mustererkennung analysieret und klassifiziert die Bilder und Videosequenzen automatisch, wobei Techniken wie Gesichts- und Hautfarberkennung kombiniert mit Kontext- und Szenenanalysen verd?chtige Inhalte identifizieren. Die Algorithmen nutzen bis zu mehrere 1000 Merkmale, die Eigenschaften wie Farbe, Textur und Konturen beschreiben, um zu analysieren, ob ein Bild eine Missbrauchsszene zeigt. L?uft das System auf einem aktuellen Standard-PC, klassifiziert es bis zu zehn Bilder pro Sekunde, was die Recherche der Fahnder drastisch beschleunigt.

Die Software durchsucht s?mtliche auf einem Datentr?ger vorhandene Dateien, laut Entwickler auch Mail-Anh?nge und Archive. Die Dateien k?nnten zudem nach Gr??e und Typ gefiltert werden, um den Zeitaufwand beim Analysieren zu reduzieren, hei?t es. Darüber hinaus bietet “desCRY” etliche Suchoptionen, um nach Personen, Objekten oder Orten zu sortieren. Das Suchergebnis wird in einem Bildbetrachter dargestellt, in dem mehrere hundert Fotos als kleine Icons auf einen Blick erfasst werden. Verd?chtige Fotos erscheinen differenziert, zum Beispiel am Anfang der Ergebnisliste. Am Ende des Auswertungsprozesses muss der Fahnder schlie?lich eigenh?ndig prüfen, ob die als illegal klassifizierten Fotos wirklich verbotene Inhalte enthalten.

Derzeit testen Berliner Kripobeamte unter realistischen Einsatzbedingungen die Tauglichkeit von “desCRY”, das vom Walldorfer Softwarekonzern SAP integriert und vermarktet wird. Kriminalbeh?rden in anderen L?ndern seien bereits ebenfalls an dem System interessiert.

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