Hamburg (dapd). Fotos anschauen, Surfen, Spielen und Chatten: Gerade, weil man mit Smartphones so viel mehr machen kann als Telefonieren, sind die Ger?te der jüngsten Handygeneration besonders bei Kindern sehr beliebt. Doch genau diese Multifunktionalit?t birgt auch Gefahren. Denn man sollte sich darüber klar sein, dass in den intelligenten Telefonen ein kleiner Computer steckt – mit all seinen M?glichkeiten, aber auch Risiken.
“Eltern sollten sich daher m?glichst schon vor dem Kauf informieren, wie man auch ein Smartphone kindersicher machen kann”, sagt Medienp?dagogin Kristin Langer von der Initiative Schau-Hin. Kinder seien oft experimentierfreudiger sind als Erwachsene und probierten alles aus. Eltern dagegen falle es h?ufig schwer, sich angesichts der rasanten Entwicklung zu orientieren und die Risiken richtig einzusch?tzen. Durch den Internetanschluss entstehe die Gefahr, dass Kinder schnell mit nicht kindgerechten Inhalten wie Gewaltvideos oder pornographischen Bildern konfrontiert werden k?nnen, warnt die P?dagogin.
Ein weiteres Problem stellt aus Sicht von Kristin Langer die Freigabe von pers?nlichen Informationen dar. Kinder gingen oft leichtfertig mit pers?nlichen Daten um, die – wie beim Surfen am Computer -, schnell in die falschen H?nde geraten k?nnen. Umso wichtiger sei es, dabei zu sein, wenn jüngere Kinder im Internet surfen und ihnen gegebenenfalls etwas zu erkl?ren.
Der Internetanschluss sollte deshalb für Kinder unter 14 Jahren gesperrt werden, empfiehlt sie. Wie genau sich eine Sperre für den jeweiligen Handytyp einrichten l?sst, erf?hrt man bei seinem Mobilfunkanbieter. Eine weitere M?glichkeit sei, den Internetzugang über eine Filterfunktion des Browsers zu begrenzen. Bestimmte Seiten k?nnten dann nur noch mit dem entsprechenden Passwort gesehen werden.
Die Telekommunikationsjuristin der Verbraucherzentrale Anneke Vo? r?umt allerdings ein: “Für ?ltere Kinder sind solche Sperrungen weniger sinnvoll, da diese mit einem gewissen technischen Verst?ndnis leicht zu umgehen sind”. Umso wichtiger werde es dann, gemeinsame Vereinbarungen zu treffen, die den Zeit- und Kostenfaktor der Handynutzung regeln. Eine M?glichkeit sei auch, die Kinder an den Kosten zu beteiligen.
Die Kostenkontrolle z?hle zu den wichtigsten Punkten einer geregelten Nutzung, meint die Schau-Hin-Expertin Langer. Um das Guthaben zu begrenzen, r?t sie zu einer Prepaid-Karte. Damit k?nnen alle kostenpflichtige Dienste, wie Telefonieren, Internetnutzung und das Senden von Kurznachrichten nur so lange genutzt werden, wie das Guthaben ausreicht. Das mache es auch für die Kindern leichter, die Kosten im überblick zu behalten.
Eltern sollten in jedem Fall mit den Kindern über die Kosten sprechen und die Grenzen für mobile Internetnutzung, Telefongespr?che und Kurz- und Bildnachrichten wie SMS und MMS abstecken – erst Recht, wenn die Entscheidung doch für einen Vertrag ausfallen sollte.
Klare Regeln sind vor allem in Bezug auf Premiumdienste wie Klingelton-Abos, Logos und Apps wichtig. Eltern sollten mit ihren Kindern gemeinsam vereinbaren, welche Inhalte heruntergeladen werden dürfen, r?t Langer. Und die Telekommunikationsjuristin der Verbraucherzentrale, Anneke Vo?, warnt: “?hnlich wie bei Klingelt?nen sind auch in vermeintlich kostenfreien Apps h?ufig Abo-Fallen versteckt”.
dapd