Vorinstallierte Software bremst das neue Netbook
München (dapd). Um Software müssen sich K?ufer eines neuen Laptops oder Netbooks scheinbar nur wenig kümmern. Vor allem bei Discounterangeboten ist eine Vielzahl von Programmen – etwa eine Testversion von MS-Office, ein Brennprogramm oder Virenscanner bereits auf der Festplatte installiert. Aber die Sache hat einen Haken: Denn unter den mitgelieferten Programmen k?nnen sich auch Anwendungen befinden, die man weder will noch braucht und die sich mit nervigen Toolbars im Browser oder Popup-Menüs melden.
Markus Hermannsdorfer, Redakteur beim Computermagazin “Chip” h?lt Browser-Toolbars für besonders st?rend: Erweiterungsleisten für den Browser mit Zusatzfunktionen wie Suchmaschinenabfragen oder einer Ask-Toolbar zum Speichern von Websites und Suchanfragen. Auch Warnmeldungen allzu vorsichtiger Virenscanner hielten das Arbeiten oder Surfen unn?tig auf: “Die sind aus meiner Erfahrung sehr aggressiv”, sagt der Experte. Denn sie warnten auch bei Anwendungen, die kein Sicherheitsrisiko darstellen.
überflüssig sind auch Pop-ups, die daran erinnern, dass Testversionen von Programmen ablaufen, die man gar nicht anwendet oder anwenden will, zum Beispiel Windows Office von Microsoft, obwohl der Nutzer eigentlich Open Office verwendet.
Die Flut von Crapware sei nicht nur ?rgerlich, sondern k?nne den PC auch merklich langsamer machen, sagt Hermannsdorfer: “Die Gefahr des Leistungsverlustes ist gro?, denn viele Programme nisten sich im Autostart ein und werden damit bei jedem Hochfahren geladen”. Der Experte r?t deshalb, das neue Laptop oder Netbook erst einmal aufzur?umen, bevor der Nutzer eigene Programme installiert.
Eine M?glichkeit, den Rechner-Putz relativ einfach und kostenlos zu erledigen, ist die Freeware “PC Decrapifier”, eine Art PC-Entrümpler für Windows-Systeme. Diese listet die bekannteste Crapware auf, fordert aber vom Nutzer eine Best?tigung vor dem L?schen. Zudem setzt sie zuvor auch noch einen Systemwiederherstellungspunkt, mit dem sich in Windows das System in den alten Zustand versetzen l?sst.
Allerdings erkennt der Entrümpler einige aktuelle Norton- oder McAfee-Produkte nicht. Die müssen dann mit einem dazugeh?rigen Deinstallationsprogramm heruntergel?scht werden, sagt der Computer-Experte. Im Falle von Norton sei zum Beispiel das hauseigene Removal Tool empfehlenswert.
Wer unnütze Software wie nicht ben?tigte Testversionen selbst l?scht, solle dies grunds?tzlich am besten mit den jeweiligen Deinstallationsprogrammen machen, da diese meist gründlicher sind als die Windows-eigene Funktion zum Entfernen von Anwendungen, r?t der Computer-Experte.
Auch Recovery-DVDs seien keine L?sung: Wer als Nutzer hofft, mit einer solchen DVD des Herstellers einen aufger?umt-sauberen Rechner zu bekommen, der im Wesentlichen aus dem Betriebssystem besteht und keine überflüssige Software gespeichert hat, wird entt?uscht. “Die DVD stellt den Auslieferungszustand wieder her und damit sind auch die vorinstallierten Programme wieder drauf”, sagt Hermannsdorfer. Ein sauberes System lasse sich nur mit einer Windows-DVD erzeugen, die aber vielen Netbooks und Notbooks nicht beiliege.
dapd