Wirtschaftskriminalität belastet jedes zweite Unternehmen
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Frankfurt/Main (dapd). Jedes zweite Unternehmen ist einer Studie zufolge in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalit?t geworden. 52 Prozent der teilnehmenden Firmen h?tten sich über Unterschlagung, Korruption, Datenklau und andere Delikte beklagt, teilte die Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) am Dienstag mit. Demnach sank zwar die Zahl der betroffenen Unternehmen, die durchschnittliche Schadenssumme schoss aber in die H?he.
Im Zeitraum 2008 bis 2009 h?tten noch 61 Prozent der Unternehmen über F?lle von Wirtschaftskriminalit?t berichtet, sagte PwC-Sprecher Steffen Salvenmoser. Allerdings sei seitdem die durchschnittliche Schadensh?he auf 8,4 Millionen Euro gestiegen. In der vorangegangenen Studie habe der mittlere Verlust bei den Unternehmen pro Delikt bei 5,6 Millionen Euro gelegen.
Nach Angaben des Hallenser Rechtsprofessors Kai Bussmann, der die PwC-Studie mit erstellte, beteiligten sich an der Untersuchung 830 Unternehmen mit einer Besch?ftigtenzahl von meist über 1.000. Bei den befragten Firmen, darunter auch b?rsennotierte, sei ein “rasanter Anstieg” von Antikorruptionsprogrammen zu beobachten.
“Nur die Mittelst?ndler haben da noch mehr zu tun”, erkl?rte Bussmann. Der Strafrechtler führte diese Entwicklung auch auf die st?rkere Berichterstattung in den Medien über Bestechungsf?lle in Unternehmen zurück. “Marketingstrategien zerbr?seln, wenn man gerade an den Pranger gestellt wird”, sagte Bussmann.
Die Studienteilnehmer konnten auch angeben, welchem Unternehmen sie bei Complianceprogrammen – Richtlinien zu ethischen Standards – Vorbildfunktion zubilligen. 41,9 Prozent der Studienteilnehmer nannten nach PwC-Angaben dabei den Konzern Siemens, der in den vergangenen Jahren von mehreren Skandalen erschüttert wurde und danach grundlegende Besserung versprach. Als Vorbilder nannten die Studienteilnehmer demnach auch besonders oft Daimler (17,5 Prozent), Volkswagen (10,2 Prozent), die Deutsche Bank (neun Prozent) und BMW (8,3 Prozent).
Ein tats?chliches Ranking stelle diese Aufstellung nicht dar, sagte Bussmann, auch weil kleinere und weniger bekannte Unternehmen mit Antikorruptionsprogrammen in einer solchen Liste kaum auftauchen k?nnten. Au?erdem sei es den Teilnehmern gestattet gewesen, an diesem Punkt der Befragung das eigene Unternehmen zu listen. “Siemens wurde bevorzugt aus den eigenen Reihen genannt”, sagte Bussmann. PwC-Sprecher Salvenmoser resümierte, das Beispiel Siemens zeige, dass Unternehmen aus Bestechungsaff?ren auch gest?rkt hervorgehen k?nnten.
dapd